Vegetationsbrände: 4.345 Hektar Fläche 2026 verbrannt

07.10.26 14:47 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

In Deutschland sind 2026 laut einer DIW-Auswertung 4.345 Hektar Vegetationsfläche verbrannt. Europaweit konzentrieren sich die Schäden besonders auf Spanien, Italien und Frankreich.

Hinweis auf Waldbrandgefahr (Archiv)
Hinweis auf Waldbrandgefahr (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

In Deutschland ist 2026 bislang doppelt so viel Vegetationsfläche verbrannt wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Nach einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) fielen 4.345 Hektar Bränden zum Opfer – eine Fläche von etwa 6.000 Fußballfeldern.Größere verbrannte Flächen gab es zuletzt nur 2022 und 2025. Die Auswertung erfasst die noch laufende Brandsaison anhand von Satellitendaten des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS.Waldbrände machen nur einen Teil ausNur rund ein Fünftel der verbrannten Fläche entfällt demnach auf Wald. Den größeren Anteil stellen Brände von Heide, Moor und Grünland; zwei Prozent der Fläche wurden landwirtschaftlich genutzt.Umweltökonom Adrian Santonja di Fonzo, der die Studie verfasst hat, hebt die besonderen Folgen von Waldbränden hervor. Waldbestände benötigen Jahrzehnte, um sich zu regenerieren.Amtliche Statistik folgt späterDie DIW-Auswertung bezieht sich auf die Jahre 2016 bis 2026. Wegen veränderter Erfassungsmethoden sei ein Vergleich mit weiter zurückliegenden Jahren schwierig. Die amtliche deutsche Waldbrandstatistik für 2026 soll erst im kommenden Jahr vorliegen.Auch Südeuropa stark betroffenIn der Europäischen Union verbrannten bis Ende September rund 742.000 Hektar. Spanien verzeichnete mit etwa 310.000 Hektar die größte betroffene Fläche, gefolgt von Italien mit 130.000 und Frankreich mit 110.000 Hektar.Die Brandsaison ist im Süden Europas wegen der höheren Temperaturen noch nicht abgeschlossen.

Mehrere großflächige Brandjahre seit 2020 deuten laut der Analyse darauf hin, dass der seit den 1980er-Jahren beobachtete Rückgang der verbrannten Flächen im Mittelmeerraum möglicherweise beendet ist.
Die DIW-Auswertung rückt Vegetationsbrände als Teil eines größeren europäischen Klimarisikos in den Mittelpunkt. Für Deutschland ist dabei entscheidend, dass nicht nur Wald betroffen ist: Heide, Moore und Grünland stellen den größeren Anteil der verbrannten Fläche. Diese Ökosysteme unterscheiden sich in ihrer Erholungsfähigkeit, können aber ebenfalls wichtige Funktionen für Biodiversität, Wasserhaushalt und Kohlenstoffspeicherung verlieren.Die erfassten 4.345 Hektar entsprechen etwa 6.000 Fußballfeldern. Der Vergleich mit dem Zeitraum 2016 bis 2026 zeigt eine deutlich erhöhte Belastung, wobei die satellitengestützte Auswertung eine laufende Brandsaison abbildet.

Die amtliche deutsche Waldbrandstatistik folgt erst später und wird andere Abgrenzungen und Erfassungskriterien verwenden.Trockenheit verschärft das europäische RisikoIm europäischen Maßstab konzentriert sich die verbrannte Fläche vor allem auf die Mittelmeerregion. Spanien, Italien und Frankreich stehen dabei für den größten Teil der bis Ende September erfassten Schäden.

Höhere Temperaturen verlängern die Zeiträume, in denen Vegetation austrocknet und Brände sich rasch ausbreiten können.Für Deutschland bedeutet die Entwicklung vor allem wachsenden Druck auf Vorsorge, Früherkennung und Landschaftspflege. Entscheidend sind neben der Brandbekämpfung ein belastbares Monitoring, der Schutz besonders gefährdeter Wälder und ein Umgang mit trockenen Böden und abgestorbener Vegetation. Die drei jüngsten besonders brandreichen Jahre in der Auswertung machen die Anpassung zu einer längerfristigen Aufgabe.

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