Unternehmensinsolvenzen steigen im Juli auf 2.373 Fälle

09.10.26 08:38 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die deutschen Amtsgerichte registrierten im Juli 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Besonders hoch war die Insolvenzhäufigkeit seit Jahresbeginn in Verkehr und Lagerei, im Gastgewerbe und im Baugewerbe.

Amtsgericht (Archiv)
Amtsgericht (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die deutschen Amtsgerichte haben im Juli 2026 insgesamt 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren das 8,0 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres.Mehr Verfahren seit JahresbeginnVon Januar bis Juli wurden 15.185 Unternehmensinsolvenzen erfasst, 6,9 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf rund 21,9 Milliarden Euro, nach rund 31,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.Der Rückgang der Forderungssumme trotz der höheren Zahl an Verfahren hängt damit zusammen, dass im ersten Halbjahr 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten.

Die Statistik berücksichtigt Insolvenzanträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts; zwischen Antrag und Erfassung liegen häufig annähernd drei Monate.Verkehr und Lagerei besonders betroffenAuf 10.000 Unternehmen kamen von Januar bis Juli 2026 insgesamt 42,8 Unternehmensinsolvenzen.

Die höchste Insolvenzhäufigkeit verzeichnete der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 85,5 Fällen je 10.000 Unternehmen.Es folgten das Gastgewerbe mit 70,0 Fällen und das Baugewerbe mit 62,9 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Damit lagen diese drei Bereiche deutlich über dem Durchschnitt aller Wirtschaftsabschnitte.Verbraucherinsolvenzen im Juli rückläufigBei den Verbrauchern wurden im Juli 7.111 Insolvenzen registriert. Das waren 5,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.Für die ersten sieben Monate meldeten die Amtsgerichte 46.043 Verbraucherinsolvenzen.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um 1,0 Prozent.
Die Juli-Zahlen zeigen, dass der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auch 2026 anhält. Für die ersten sieben Monate liegt die Zahl der Verfahren über dem Vorjahresniveau, während die Summe der Gläubigerforderungen deutlich niedriger ausfällt. Beide Entwicklungen widersprechen sich nicht: Die Forderungssumme hängt stark davon ab, wie viele große und wirtschaftlich bedeutende Unternehmen in einem Zeitraum ausfallen.Besonders betroffene BranchenDie höchste Insolvenzhäufigkeit verzeichneten Verkehr und Lagerei, das Gastgewerbe sowie das Baugewerbe. In diesen Branchen treffen hohe laufende Kosten, schwankende Nachfrage und eine teils angespannte Finanzierungssituation aufeinander. Die Kennzahl je 10.000 Unternehmen erlaubt dabei einen besseren Branchenvergleich als die bloße absolute Zahl der Verfahren.Für die wirtschaftliche Bewertung ist außerdem der zeitliche Abstand zwischen Antrag und statistischer Erfassung wichtig. Die Amtsgerichte nehmen Fälle erst nach ihrer ersten Entscheidung in die Statistik auf; deshalb können die Juli-Daten wirtschaftliche Belastungen abbilden, die bereits mehrere Monate zuvor entstanden sind. Die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen verläuft uneinheitlich: Im Juli sank ihre Zahl, seit Jahresbeginn liegt sie jedoch leicht über dem Vorjahreswert.Bedeutung für Unternehmen und GläubigerFür Unternehmen bedeutet die Entwicklung anhaltenden Druck auf Liquidität und Finanzierung.

Gläubiger müssen zugleich berücksichtigen, dass eine steigende Zahl von Verfahren nicht automatisch höhere Gesamtausfälle bedeutet.

Entscheidend bleibt, welche Größen und Branchen in den kommenden Monaten betroffen sind.

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