Sanofi fordert Klarheit zur Standortklausel für Frankfurt
20.10.26 15:59 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Sanofi-Chefin Paulina T. Garijo verlangt Gespräche mit der Bundesregierung über die geplante Standortklausel. Der Konzern baut zugleich seine Produktion in Frankfurt und China aus und muss wegen des bevorstehenden Patentablaufs von Dupixent seine Forschungspipeline stärken.
via dts Nachrichtenagentur
Sanofi verlangt Klarheit für Frankfurter InsulinwerkSanofi-Chefin Paulina T. Garijo hat die Bundesregierung nach der Grundsteinlegung für eine neue Insulinanlage in Frankfurt aufgefordert, die genaue Umsetzung der geplanten Standortklausel zu beraten.
Der französische Pharmakonzern will zugleich regionale Lieferketten stärken und seine Forschungspipeline vor dem Patentablauf von Dupixent neu ausrichten.„Mit der Planung des Projektes haben wir vor über zwei Jahren begonnen“, sagte Garijo der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ für deren Mittwochsausgabe. Die verschärften Rahmenbedingungen der Krankenkassenreform seien dazwischengekommen.Vorgaben für ArzneimittelherstellerGarijo will nach eigener Aussage gemeinsam mit der Bundesregierung nach Lösungen suchen.
Die Vorschläge zur Standortklausel bezeichnete sie als „guten Anfang“.Das Fachgremium der Bundesministerien hatte Ende September vorgeschlagen, den Herstellerabschlag für Unternehmen zu senken, die in Deutschland forschen und produzieren.
Als Voraussetzungen gelten unter anderem ein Produktionsanteil von mehr als einem Drittel des in Deutschland erwirtschafteten Umsatzes oder der Betrieb eines für die Versorgung unverzichtbaren Werks.Anzeige | trading-house BörsenakademieReferent: LeoKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.Kostenlos zum nächsten Webinar anmeldenAbschlag soll ab 2027 steigenFür patentgeschützte Arzneimittel soll der Herstellerabschlag ab 2027 zunächst pauschal auf 15,5 Prozent steigen.
Unternehmen mit Forschung und Produktion in Deutschland könnten unter den vorgeschlagenen Bedingungen von einer Reduzierung profitieren.Mit Blick auf den Wettbewerb aus China und den USA fordert Garijo bessere Standortbedingungen in Europa. Sie schlägt ein „Choose Europe“-Programm vor, das Investitionen innerhalb der Europäischen Union fördern soll.Produktion auf zwei KontinentenSanofi will stärker in regionale Lieferketten investieren, um sich robuster gegen geopolitische Konflikte aufzustellen. In China baut der Konzern derzeit eine weitere Insulinproduktion auf, die zeitgleich mit der Frankfurter Anlage in Betrieb gehen soll.Beide Anlagen sollen eng zusammenarbeiten, um Wissen und Daten auszutauschen.
Damit verbindet Sanofi eine stärkere regionale Absicherung mit einer international koordinierten Produktion.Dupixent bleibt zentraler WachstumstreiberSanofi befindet sich zugleich in einem strategischen Wandel. Das Medikament Dupixent zur Behandlung von Asthma und Neurodermitis ist derzeit der einzige große Wachstumstreiber des Konzerns; sein Patent läuft in fünf Jahren aus.Deshalb will Sanofi die Pipeline durch eigene Forschung und Übernahmen auffüllen. Im Juni bestellte Garijo mit Paulo Fontoura einen neuen Forschungschef, der bereits begonnen habe, die Forschungsprogramme neu zu ordnen.Strategie soll bis Jahresende stehenParallel muss Sanofi den Patentablauf von Dupixent nach 2031 vorbereiten, um weiter zu wachsen und Erträge zu sichern. Bis zum Jahresende will Garijo die neue Strategie festlegen.Der Fokus soll zunächst auf Immunologie mit Dermatologie und Atemwegserkrankungen, seltenen Erkrankungen sowie Impfstoffen liegen.
Sanofis Forderung fällt in eine Phase, in der Deutschland seine Arzneimittelproduktion stärker an den heimischen Standort binden will. Das vom Bundesgesundheits- und vom Wirtschaftsministerium eingesetzte Fachgremium hat Ende September eine Standortklausel vorgeschlagen, die finanzielle Vorteile mit Forschung und Produktion in Deutschland verknüpft.Im Zentrum steht der Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel. Ab 2027 soll er zunächst pauschal auf 15,5 Prozent steigen.
Unternehmen könnten eine Entlastung erhalten, wenn sie unter anderem einen erheblichen Teil ihres in Deutschland erzielten Umsatzes auch hier produzieren oder ein für die Versorgung unverzichtbares Werk betreiben.Standortpolitik trifft LieferkettenFür Sanofi gewinnt die Regelung unmittelbare Bedeutung, weil der Konzern parallel eine neue Insulinanlage in Frankfurt aufbaut. Die Investition steht zugleich für den Versuch, regionale Lieferketten gegen geopolitische Risiken widerstandsfähiger zu machen.
Dass eine weitere Anlage in China zeitgleich entstehen soll, zeigt, dass Sanofi nicht auf einen einzelnen Produktionsstandort setzt.Für Deutschland geht es damit nicht nur um die Ansiedlung eines einzelnen Werks, sondern um die Frage, welche Bedingungen langfristige Investitionen in Arzneimittelproduktion und Forschung auslösen.
Für Patienten kann eine stärkere regionale Fertigung die Versorgung robuster machen, sie ersetzt aber keine europäische Abstimmung bei Zulieferern, Wirkstoffen und Forschungsförderung.Sanofi muss Wachstum absichernDer strategische Druck auf Sanofi wächst zusätzlich durch die starke Abhängigkeit vom Medikament Dupixent. Dessen Patent läuft nach den Angaben aus dem Gespräch in fünf Jahren aus, weshalb der Konzern seine Forschungspipeline durch eigene Projekte und Partnerschaften verbreitern will.Anzeige | trading-house BörsenakademieReferent: LeoKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.Kostenlos zum nächsten Webinar anmeldenEuropäische Perspektive bleibt offenGarijo verbindet die Standortdebatte deshalb mit einer europäischen Forderung.
Ein gemeinsames Fördermodell könnte Investitionen innerhalb der Europäischen Union stärker koordinieren, während nationale Programme vor allem einzelne Länder begünstigen.Bis zum Jahresende will Sanofi seine Strategie festlegen.
Den Schwerpunkt bilden zunächst Immunologie mit Dermatologie und Atemwegserkrankungen, seltene Erkrankungen sowie Impfstoffe.Sanofi fordert Gespräche zur StandortklauselSanofi-Chefin Paulina T. Garijo hat die Bundesregierung nach der Grundsteinlegung für eine neue Insulinanlage in Frankfurt aufgefordert, die genaue Umsetzung der geplanten Standortklausel zu beraten.„Mit der Planung des Projektes haben wir vor über zwei Jahren begonnen“, sagte Garijo der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ für deren Mittwochsausgabe. Die verschärften Rahmenbedingungen der Krankenkassenreform seien dazwischengekommen.Vorgaben sollen Investitionen belohnenGarijo will nach eigener Aussage gemeinsam mit der Bundesregierung nach Lösungen suchen.
Die Vorschläge zur Standortklausel bezeichnete sie als „guten Anfang“.Das Fachgremium der Ministerien hatte Ende September vorgeschlagen, den Herstellerabschlag für Unternehmen zu senken, die in Deutschland forschen und produzieren.
Als Voraussetzungen gelten unter anderem ein Produktionsanteil von mehr als einem Drittel des in Deutschland erwirtschafteten Umsatzes oder der Betrieb eines für die Versorgung unverzichtbaren Werks.Für patentgeschützte Arzneimittel soll der Herstellerabschlag ab 2027 zunächst pauschal auf 15,5 Prozent steigen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Sanofi baut neue Insulinfabrik in Frankfurt – Tausende Jobs sollen bleiben“ (19.10.2026)Der Beitrag bestätigt den Baubeginn und stellt die Beschäftigungswirkung des Projekts heraus. Zusätzlich hebt er die staatlichen Beihilfen von 400 Millionen Euro hervor, während die dts-Meldung auf die Standortklausel und Sanofis strategische Ausrichtung fokussiert.Deutschlandfunk: „Sanofi: Milliarden-Investition in Frankfurt für Insulinwerk“ (19.10.2026)Der Deutschlandfunk ordnet die Frankfurter Anlage als Milliardeninvestition ein und bestätigt den aktuellen Anlass. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf der wirtschaftlichen Größenordnung des Werks, während die dts-Meldung die konkrete Ausgestaltung der politischen Standortförderung und Sanofis Pipeline in den Mittelpunkt stellt.Beide Beiträge stützen den Zusammenhang zwischen dem Frankfurter Insulinwerk und Sanofis Standortentscheidung.
Unterschiede ergeben sich vor allem beim Blickwinkel: Beschäftigung und Förderung stehen der politischen Klausel sowie dem europäischen und strategischen Kontext gegenüber.