Rentenreform: Reddig droht mit Nein zum Gesetzentwurf
heute 15:39 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der CDU-Politiker macht seine Zustimmung zur geplanten Reform von einem vollständigen Paket einschließlich der Kapitalrente abhängig. Bis zum 7. Oktober soll der Gesetzentwurf vorliegen.
via dts Nachrichtenagentur
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig droht im Streit über die geplante Rentenreform mit einer Ablehnung, falls der Gesetzentwurf vom vereinbarten Kompromiss abweicht. Voraussetzung für seine Zustimmung sei, dass alle Bestandteile einschließlich der Kapitalrente in einem Paket enthalten seien, sagte der Vorsitzende der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der „Welt“.Reddig fordert vollständigen Kompromiss„Die Grundvoraussetzung ist deshalb, dass alles in ein Paket kommt, inklusive der Kapitalrente“, sagte Reddig. Sollte sich dies im Gesetzentwurf wiederfinden, stimme man „natürlich gerne zu“; auf die Frage nach dem gegenteiligen Fall antwortete er: „Dann nicht.“Reddig hatte für die Union federführend in der Rentenkommission an den Reformplänen mitgearbeitet.
Der Gesetzentwurf soll bis zum 7. Oktober vorliegen.Warnung vor einem Rückzug der KoalitionDer CDU-Politiker warnte davor, aus Sorge vor unpopulären Entscheidungen von der Reform abzurücken. Er sprach von einem „kurzsichtigen Sozialpopulismus“ und erklärte, die Wähler würden es nicht honorieren, wenn erneut keine Reform zustande komme.Für Vorschläge der SPD zur kurzfristigen Einsparung von zehn Milliarden Euro im Rentensystem zeigte sich Reddig offen.
Einen solchen Vorschlag sehe er bislang jedoch nicht.Kritik an MinisterpräsidentenReddig kritisierte außerdem Ministerpräsidenten aus CDU-geführten Ländern, die Teile der Reform infrage gestellt hatten.
Vor der Sommerpause habe ein Kompromiss vorgelegen, hinter dem der gesamte Koalitionsausschuss gestanden habe; diesen anschließend wieder infrage zu stellen, sei nicht klug gewesen.
Die Rentenreform steht vor einer entscheidenden Abstimmung innerhalb der schwarz-roten Koalition. Der von Pascal Reddig geforderte Zusammenhang zwischen dem Gesamtpaket und der Kapitalrente macht deutlich, dass die Reform nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch den Aufbau eines kapitalgedeckten Vorsorgeelements neu ordnen soll.Die Rentenkommission hatte zuvor 33 Vorschläge vorgelegt. Dazu zählen neben der Kapitalrente ein höheres Renteneintrittsalter und Änderungen bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
Gerade dieser Punkt stößt in Teilen der SPD und bei mehreren Ministerpräsidenten auf Widerstand, weil langjährig Versicherte in bestimmten Regionen und Berufsgruppen besonders betroffen wären.Streit über den Umfang des PaketsPolitisch entscheidend ist deshalb, ob der Gesetzentwurf die im Sommer vereinbarten Reformbestandteile gemeinsam abbildet oder einzelne Maßnahmen herauslöst. Reddigs Nein-Drohung erhöht den Druck auf die Koalitionsführung, bevor der Entwurf bis zum 7. Oktober vorliegen soll.Für Beitragszahler geht es um zwei gegenläufige Ziele: kurzfristig sollen die gesetzlichen Beiträge gedämpft werden, langfristig soll die Altersvorsorge stabiler finanziert werden.
Eine Herausnahme einzelner Reformen könnte die Zustimmung in der Koalition erleichtern, würde aber zugleich die Finanzierung und den politischen Kompromiss neu aufwerfen.Entscheidung im OktoberDie nächsten Beratungen dürften daher vor allem die Ausgestaltung der Kapitalrente, die Behandlung besonders langjährig Versicherter und mögliche Einsparungen im Rentensystem betreffen.
Bis zur Vorlage des Gesetzentwurfs bleibt offen, ob die Koalition den Sommerkompromiss vollständig umsetzt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenDeutschlandfunk: „Junge Gruppe in der Union hält an Rentenreform fest“ (23.09.2026)Der Beitrag bestätigt Reddigs Festhalten an der vereinbarten Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission. Der Schwerpunkt liegt auf der Position der Jungen Gruppe und ihrer Forderung nach Verlässlichkeit innerhalb der Koalition.ZDFheute: „Reformen: Wie ist der Stand nach den Wahlen in Ostdeutschland?“ (24.09.2026)Der Beitrag ordnet den Streit in die Debatte über die 33 Empfehlungen der Rentenkommission ein und nennt insbesondere die Kapitalrente sowie die geplante Änderung bei der Rente nach 45 Beitragsjahren.
Anders als Reddig stellt er stärker die Vorbehalte von SPD und Länderchefs heraus; offen bleibt die endgültige Fassung des Gesetzentwurfs.Übergreifend besteht Einigkeit darüber, dass der Umfang des Reformpakets politisch umstritten ist. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Gewichtung von Kapitalrente, Beitragsentlastung und der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte.