Physik-Nobelpreis geht an Francis Halzen für IceCube-Forschung
06.10.26 12:01 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der belgische Astrophysiker Francis Halzen wird für seine maßgeblichen Beiträge zum IceCube-Observatorium und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos aus dem All geehrt. Die Auszeichnung ist Teil der laufenden Nobelpreiswoche.
via dts Nachrichtenagentur
Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den belgischen Astrophysiker Francis Halzen.
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften gab die Entscheidung am Dienstag in Stockholm bekannt.Auszeichnung für IceCube und NeutrinosHalzen erhält den Preis für „entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und zur Entdeckung von hochenergetischen Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs“. Das Observatorium untersucht Teilchen aus dem All, die bei extrem energiereichen kosmischen Vorgängen entstehen.IceCube befindet sich im antarktischen Eis. Bei Wechselwirkungen von Neutrinos entstehen winzige Lichtsignale, aus denen Forschende unter anderem die Richtung und Energie der Teilchen bestimmen können.Nobelpreiswoche wird fortgesetztAm Montag war der Nobelpreis für Medizin an die deutschen Wissenschaftler Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Amerikaner Karl Deisseroth verliehen worden.
Sie wurden für Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik ausgezeichnet.Am Mittwoch gibt die Akademie den Träger des Chemie-Nobelpreises bekannt. Der Literaturnobelpreis folgt am Donnerstag, der Friedensnobelpreis am Freitag in Oslo. In der kommenden Woche wird außerdem der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften vergeben.Verleihung am 10. DezemberDer Nobelpreis gilt als höchste Auszeichnung in den berücksichtigten Disziplinen.
Die Verleihung findet jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, statt; der Friedensnobelpreis wird in Oslo übergeben, die übrigen Preise in Stockholm.
Die Auszeichnung würdigt einen grundlegenden Schritt in der modernen Astroteilchenphysik. Neutrinos sind elektrisch ungeladene Elementarteilchen, die Materie nahezu ungehindert durchqueren.
Dadurch können sie Informationen aus Regionen des Universums transportieren, die für Licht oder andere elektromagnetische Strahlung schwer zugänglich sind.IceCube öffnet ein neues BeobachtungsfensterDas IceCube-Observatorium liegt im antarktischen Eis und registriert die schwachen Lichtsignale, die bei seltenen Wechselwirkungen von Neutrinos entstehen.
Aus Richtung und Energie dieser Ereignisse lassen sich Rückschlüsse auf ihre kosmischen Quellen ziehen.
Die Methode ergänzt klassische Teleskope und erweitert die astronomische Beobachtung um einen nicht sichtbaren Teil des Universums.Die Bedeutung der Entdeckung liegt deshalb nicht nur in einem einzelnen Messinstrument. Hochenergetische Neutrinos können Hinweise auf besonders energiereiche astrophysikalische Prozesse geben, etwa in der Umgebung kompakter kosmischer Objekte. Halzens Ehrung steht damit für die Verbindung von Teilchenphysik, Astronomie und groß angelegter internationaler Forschung.Die Nobelpreiswoche in StockholmNach der Bekanntgabe des Physikpreises folgt am Mittwoch die Entscheidung in der Chemie. Der Literaturnobelpreis wird am Donnerstag verkündet, der Friedensnobelpreis am Freitag in Oslo. Die Preise werden traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, verliehen.