Krebsrisiko: Nur 12 Prozent der Deutschen schätzen es hoch ein

heute 14:46 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Eine DKFZ-Auswertung zeigt deutliche Lücken beim Wissen über Krebsursachen und Risikofaktoren. Besonders groß ist die Differenz zwischen dem als gesund eingeschätzten Lebensstil und tatsächlich berichteten Belastungen.

Krankenhaus (Archiv)
Krankenhaus (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

DKFZ-Befragungen zeigen WissenslückenDas Deutsche Krebsforschungszentrum veröffentlichte die Ergebnisse am Montag.Nur zwölf Prozent der Befragten bewerteten ihr persönliches Krebsrisiko als hoch.Fast jeder Zweite erhält im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose.Suchmaschinen und Gesundheitsfachkräfte waren die häufigsten Informationsquellen.In Deutschland wird das persönliche Krebsrisiko deutlich unterschätzt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum teilte am Montag mit, dass zwei Befragungen Wissenslücken über Krebsursachen und Risikofaktoren aufzeigen.Gefahr wird bei sich selbst unterschätztNur zwölf Prozent der Befragten schätzten ihr eigenes Krebsrisiko als hoch ein, obwohl fast jeder Zweite im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose erhält. Gleichzeitig fühlten sich 61 Prozent gut über Krebsvorbeugung und 62 Prozent über Krebsfrüherkennung informiert.Viele halten ihren Lebensstil für gesundEine weitere Diskrepanz zeigt sich bei der persönlichen Einschätzung des Lebensstils. Zwei Drittel der Befragten bewerten ihre Lebensweise als gesund, obwohl viele von Bewegungsmangel, Übergewicht oder regelmäßigem Alkohol- und Tabakkonsum berichten.Studienautorin Ursula Will erklärte, Information allein reiche nicht aus, um Verhaltensänderungen zu bewirken.

Entscheidend sei, den Zusammenhang zwischen dem eigenen Risiko und dem eigenen Verhalten herzustellen.Bekannte und weniger bekannte RisikofaktorenEine der Studien untersuchte das Wissen über einzelne Krebsrisiken.

Rauchen, Passivrauchen, Bewegungsmangel und Sonnenbrände werden demnach als Gefahren erkannt.Andere wissenschaftlich belegte Risikofaktoren sind dagegen weniger bekannt. Als häufigste Informationsquellen nannten die Befragten Suchmaschinen im Internet und Gesundheitsfachkräfte.
Die Ergebnisse machen eine zentrale Lücke in der Krebsprävention sichtbar: Viele Menschen kennen einzelne Gefahren wie Rauchen oder Sonnenbrände, übertragen dieses Wissen aber offenbar nicht konsequent auf die eigene Lebenssituation. Das betrifft nicht nur die Frage, ob ein einzelner Risikofaktor bekannt ist, sondern auch die Einschätzung, wie mehrere Faktoren zusammen das persönliche Erkrankungsrisiko beeinflussen.Dass fast jeder Zweite im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose erhält, beschreibt dabei ein statistisches Lebenszeitrisiko und keine individuelle Vorhersage. Das persönliche Risiko hängt unter anderem von Alter, genetischer Veranlagung, Vorerkrankungen, Lebensstil und Umweltfaktoren ab. Vermeidbare Risiken spielen dennoch eine wichtige Rolle: Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie intensive UV-Belastung gehören zu den Ansatzpunkten, an denen Prävention ansetzen kann.Von Information zu VerhaltenDie Befragung deutet zugleich darauf hin, dass allgemeine Gesundheitsinformationen allein nicht ausreichen.

Wirksamer sind Angebote, die konkrete Risiken verständlich einordnen und mit erreichbaren Veränderungen verbinden.

Dazu zählen verständliche Beratung, Unterstützung bei der Tabakentwöhnung, Bewegungsangebote und eine klare Ansprache von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen.Für die Bevölkerung bedeutet das: Ein als gesund empfundener Lebensstil ist nicht automatisch risikofrei.

Prävention und Früherkennung verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich nicht gegenseitig ersetzen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Gesundheitskommunikation stärker personalisiert werden muss, damit Wissen in eine realistische Einschätzung und in langfristiges Verhalten übergeht.

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