Jemen: IOM meldet 201.217 Vertriebene seit Beginn der Kämpfe

07.10.26 15:48 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Seit Beginn der Kämpfe mussten im Jemen 201.217 Menschen ihre Häuser verlassen. Die IOM warnt zugleich vor schwindenden Hilfsvorräten und einem Hilfsplan, der erst zu 20 Prozent finanziert ist.

Fahne vor den Vereinten Nationen (UN) (Archiv)
Fahne vor den Vereinten Nationen (UN) (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Im Jemen sind seit Beginn der Kämpfe 201.217 Menschen vertrieben worden.

Das teilte die Internationale Organisation für Migration am Mittwoch mit und bezifferte die Zahl auf 33.776 Haushalte.Vertreibung nimmt binnen Wochen stark zuMitte September hatte die IOM noch 76.000 Vertriebene gezählt. Bis zum Ende des Monats stieg die Zahl auf mehr als 145.000, bevor sie nun die Marke von 200.000 überschritt.Die Hilfsmaßnahmen sind nach Angaben der IOM stark unterfinanziert. Der humanitäre Hilfsplan für den Jemen ist demnach nur zu 20 Prozent finanziert, während die Vorräte zur Neige gehen und der Bedarf schneller wächst als die verfügbaren Ressourcen.IOM fordert sofortige Unterstützung„Jeden Tag treffen unsere Teams auf Familien, die alles verloren haben“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. Es sei bekannt, was die Menschen benötigten und wie die Hilfe bereitgestellt werden könne; es fehlten jedoch die Mittel, um alle Betroffenen zu erreichen.Die IOM rief die internationale Gemeinschaft zu sofortigen Finanzhilfen auf. Zugleich forderte sie alle Konfliktparteien auf, Zivilisten und Hilfskräfte zu schützen und einen sicheren sowie ungehinderten Zugang zu den Menschen in Not zu gewährleisten.Kein sicherer Zufluchtsort„Die Menschen fliehen um ihr Leben und finden keinen sicheren Ort, an den sie gehen können“, sagte Pope. Sie benötigten heute ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Sicherheit. Der Jemen dürfe nicht zu einer vergessenen Krise werden.
Die Vertreibung von 201.217 Menschen seit Beginn der Kämpfe markiert eine rasche Verschärfung der humanitären Lage im Jemen.

Nach 76.000 Vertriebenen Mitte September und mehr als 145.000 bis zum Monatsende hat sich die Zahl innerhalb weniger Wochen deutlich erhöht. Betroffen sind 33.776 Haushalte, die kurzfristig Unterkunft, Nahrung, Trinkwasser, medizinische Versorgung und Schutz benötigen.Der Anstieg fällt in eine Phase intensiver Kämpfe zwischen jemenitischen Regierungstruppen und den Huthi. Die Gewalt konzentriert sich unter anderem auf Gebiete an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab sowie auf die Region um Taiz. Die Frontverschiebungen gefährden Verkehrswege, Gesundheitsversorgung und die Versorgung der Bevölkerung.

Für Vertriebene bedeutet das häufig wiederholte Flucht, weil sichere Aufnahmeorte und funktionierende Infrastruktur fehlen.Unterfinanzierte Hilfe verschärft die FolgenBesonders schwer wiegt, dass der humanitäre Hilfsplan für den Jemen erst zu 20 Prozent finanziert ist. Wenn Hilfsvorräte zur Neige gehen, steigt das Risiko, dass Notunterkünfte, Lebensmittelverteilungen und medizinische Angebote nicht mit dem wachsenden Bedarf Schritt halten.

Die Finanzierungslücke betrifft damit nicht nur neu Vertriebene, sondern auch Menschen, die bereits zuvor unter den Folgen des langjährigen Konflikts litten.Für die internationale Gemeinschaft verbindet sich die aktuelle Entwicklung mit zwei unmittelbaren Aufgaben: Hilfsorganisationen benötigen zusätzliche Mittel, und die Konfliktparteien müssen den Zugang zu den Betroffenen ermöglichen.

Der Schutz von Zivilisten und Helfern entscheidet darüber, ob die zugesagte Unterstützung die Familien tatsächlich erreicht.

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