Innovationsinvestitionen: Nur 25 Prozent der Unternehmen wollen mehr investieren
vor 18 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Nur noch ein Viertel der Unternehmen will seine Innovationsaktivitäten ausweiten. Zugleich planen deutlich mehr Betriebe als zuvor, Forschung und Entwicklung zurückzufahren.
via dts Nachrichtenagentur
DIHK meldet Rückgang bei InnovationsinvestitionenDeutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen in Forschung und Entwicklung so stark zurück wie seit 2008 nicht mehr. Der Anteil der Betriebe mit Plänen für ein stärkeres Engagement sank von 38 Prozent im Jahr 2023 auf 25 Prozent.Mehr Unternehmen wollen Aktivitäten verringernNach dem neuen Innovationsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wollen zugleich 32 Prozent der Unternehmen ihre Innovationsaktivitäten zurückfahren.
Bei der vorherigen Erhebung waren es 15 Prozent.Der Bericht bewertet die Entwicklung nicht nur als Folge der schwachen Konjunktur. Unternehmen verzichteten zunehmend auf Kompetenzen, Partnerschaften und Strukturen, die für künftige Innovationsvorhaben benötigt würden.DIHK warnt vor Folgen für den StandortWeniger Investitionen könnten nach Einschätzung des Reports die Produktivität, die technologische Souveränität und die Fähigkeit zur Erschließung neuer Märkte dauerhaft schwächen.
Der DIHK bezeichnet die Ergebnisse deshalb als Warnsignal für den Standort.Forderung nach verlässlicheren BedingungenDIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov erklärte, viele Unternehmen wollten den Innovationsmotor Deutschland weiter am Laufen halten.
Immer mehr bürokratische Vorgaben, langwierige Verfahren und unzureichende Rahmenbedingungen bremsten sie jedoch aus.Melnikov forderte verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Freiräume für neue Ideen und erfolgreiche Innovationen.
Der DIHK-Innovationsreport beschreibt einen deutlichen Stimmungsumschwung in deutschen Unternehmen.
Während 2023 noch 38 Prozent der befragten Betriebe ihre Ausgaben und Aktivitäten in Forschung und Entwicklung ausweiten wollten, sind es nun 25 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die ihr Engagement zurückfahren wollen, auf 32 Prozent mehr als verdoppelt.Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der deutsche Unternehmen zugleich hohen Kosten, schwacher Nachfrage und wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind. Innovation gilt dabei nicht nur als Investition in neue Produkte, sondern auch als Grundlage für Produktivität, digitale Prozesse, Energieeffizienz und technologische Unabhängigkeit.Folgen für WettbewerbsfähigkeitBesonders problematisch ist der mögliche Verlust von dauerhaft aufgebautem Wissen.
Werden Forschungsprojekte, Kooperationen oder spezialisierte Teams beendet, lassen sich diese Kapazitäten später nicht ohne Weiteres wiederherstellen.
Das kann die Entwicklung neuer Technologien verlangsamen und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern erhöhen.Für den Standort entscheidend sind deshalb verlässliche Investitionsbedingungen, schnellere Genehmigungen und weniger bürokratische Hürden.
Der Report legt nahe, dass Unternehmen trotz des Konjunkturdrucks grundsätzlich weiter innovieren wollen, ihre Spielräume dafür aber als zu begrenzt ansehen.
Bleibt der Rückgang länger bestehen, könnte sich der Abstand zu dynamischeren Wettbewerbern vergrößern.
Focus: „Innovationen fehlen: Hier verliert Deutschland den Anschluss“ (07.11.2026)Der Beitrag ordnet die schwächere Innovationskraft unter anderem mit Risikoscheu, hohen Abgaben, teuren Kündigungen und knappem Wagniskapital ein. Damit ergänzt er den DIHK-Befund um Finanzierungs- und Arbeitsmarktbedingungen.Die Berichte setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Der DIHK hebt vor allem Bürokratie und langsame Verfahren hervor, während der Focus strukturelle Finanzierungs- und Kostenprobleme betont. Gemeinsam ist beiden Perspektiven der Hinweis, dass ausbleibende Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen belasten können.