Handwerksbranche: Stimmung sinkt weiter

heute 09:02 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Das deutsche Handwerk steckt nach wie vor in einer konjunkturellen Delle fest und sieht derzeit kaum Licht am Ende des Tunnels.

Handwerk-Schriftzug (Archiv)
Handwerk-Schriftzug (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Deutschlands Handwerksbetriebe können sich auch im zweiten Quartal nicht aus der wirtschaftlichen Missstimmung befreien.



Zwischen Hoffen und Bangen: Der aktuelle Lagebericht
Laut neuestem Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) ist der Geschäftsklimaindex spürbar nach unten gerutscht – verglichen mit dem Vorjahr hat er um satte 13 Punkte nachgegeben und notiert nun bei 102 Zählern. Eine derart deutliche Stimmungseintrübung gab es zuletzt inmitten der Corona-Turbulenzen im Jahr 2020. ZDH-Präsident Jörg Dittrich äußerte sich besorgt: „Solche Zahlen stehen für die schwierige Gesamtsituation im Handwerk.“

Investitionen stagnieren – Unsicherheiten dominieren
Auffällig ist der massive Rückgang bei neuen Investitionen: Gerade einmal 16 Prozent der Betriebe griffen im zweiten Quartal tiefer in die Kasse, während ein Drittel sogar weniger investierte. In allen Bereichen – vom Bau bis zum Kfz-Gewerbe – macht sich eine immer eingetrübtere Grundstimmung bemerkbar. Ironischerweise verbessert sich zur selben Zeit der Geschäftsklimaindex der deutschen Wirtschaft insgesamt, wie aktuelle Daten des Ifo-Instituts zeigen.

Während also viele Unternehmen wieder aufatmen, verharrt das Handwerk in einer Art frostigem Dauerzustand.

Erholung bleibt aus – Alltagslasten drücken
Warum bleibt das Handwerk so sensibel? Sogar die eigene Geschäftslage beurteilen die Betriebe skeptischer als zuvor. Insbesondere gestiegene Energie- und Materialpreise wiegen schwer, hinzu kommen schleppende Nachfrage aus der Industrie und ein schwächelnder Bausektor. Private Auftraggeber halten sich – wohl auch aus Angst um ihren eigenen Job – zurück. Irgendwie wirkt das so, als käme das Handwerk aus einer Zwickmühle nicht heraus.

Blick nach vorn: Hoffnung und Politik
Für die kommenden Monate 2026 fürchten viele weitere Rückschläge – die Stimmung lässt kaum Spielraum für Optimismus. Der ZDH appelliert eindringlich an die Bundesregierung: Dringend nötige Reformvorhaben müssten jetzt angepackt werden.

Das Handwerk steht in Deutschland für einen gewaltigen Wirtschaftsfaktor – etwa eine Million Betriebe und rund sechs Millionen Menschen zählen dazu. Aber was, so könnte man im Stillen fragen, passiert, wenn diese Sorgen chronisch werden?
Im zweiten Quartal zeigen sich Deutschlands Handwerksbetriebe weiter pessimistisch: Der Geschäftsklimaindex sank kräftig und liegt jetzt auf dem tiefsten Stand seit den Pandemiebeschränkungen 2020.

Fehlende Investitionen und steigende Kosten
Nur eine Minderheit der Betriebe investiert noch; Energie- und Materialpreise sowie eine schwache Nachfrage belasten die Unternehmen spürbar.

Im Kontrast zur Industrie
Während andere Branchen eine leichte Konjunkturerholung wahrnehmen, bleibt das Handwerk zurückhaltend – auch mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2026. Laut ZDH-Präsident Dittrich sorgen die schleppend umgesetzten politischen Reformen und fehlende Aufträge aus der Industrie weiterhin für große Unsicherheit. Nicht zu vergessen: Handwerksbetriebe kämpfen außerdem mit Nachwuchsmangel und schwer planbaren Rohstoffpreisen – ein Dilemma, das inzwischen selbst Traditionsbetriebe in Schieflage bringt oder zum Aufgeben zwingt.

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