Forsa-Umfrage: AfD bleibt deutlich vor Union und Kanzler Merz unbeliebt
01.09.26 14:11 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
In einer neuen Forsa-Erhebung für RTL und ntv bleibt die AfD mit 28 Prozent klar stärkste Kraft und liegt deutlich vor der Union. Zugleich ist die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und das Misstrauen gegenüber allen Parteien weiterhin groß.
via dts Nachrichtenagentur
Die AfD bleibt in der von Forsa gemessenen Wählergunst klar vorn und erreicht in der aktuellen Erhebung 28 Prozent. In der wöchentlichen Umfrage für die Sender RTL und ntv bleiben die Parteipräferenzen bereits die fünfte Woche in Folge unverändert.AfD führt deutlich vor UnionHinter der AfD liegt die Union mit 21 Prozent auf Platz zwei.
Die Grünen kommen auf 16 Prozent, während SPD und Linke jeweils 12 Prozent erreichen.
Die FDP würde mit 4 Prozent den Einzug in den Bundestag verfehlen und wäre damit nicht im Parlament vertreten.Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bei 29 Prozent und damit weiterhin deutlich über dem Wert der Bundestagswahl 2025, als sich 17,9 Prozent der Wahlberechtigten enthalten oder nicht für eine Partei entscheiden konnten.
Die Daten lassen auf eine anhaltend hohe Zahl von Bürgern schließen, die sich keinem politischen Lager eindeutig zuordnen.Themeninteresse der BevölkerungDas aktuelle Themeninteresse der Bundesbürger wird vor allem von innenpolitischen Fragen bestimmt. Mit 35 Prozent steht die Arbeit der Bundesregierung an erster Stelle der genannten wichtigen Themen.
Dahinter folgen die allgemeine wirtschaftliche Lage mit 25 Prozent und die Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern mit 20 Prozent.Der Krieg in der Ukraine wird von 19 Prozent als eines der wichtigsten Themen genannt, Umwelt- und Klimafragen von 18 Prozent und der Konflikt im Nahen Osten von 13 Prozent. Außenpolitische Krisen bleiben damit relevant, treten aber hinter innenpolitische und wirtschaftliche Sorgen zurück.Vertrauen in Problemlösungskompetenz der ParteienBei der Frage, welcher Partei die Bundesbürger am ehesten zutrauen, die Probleme in Deutschland zu lösen, liegt die AfD mit unverändert 13 Prozent weiterhin vorn. Die CDU/CSU gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und kommt auf 12 Prozent. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und erreichen 7 Prozent, SPD und Linke liegen jeweils bei 5 Prozent.Mit 55 Prozent glaubt weiterhin mehr als die Hälfte der Befragten, dass keine Partei in der Lage ist, die Probleme in Deutschland zu lösen.
Diese Einschätzung deutet auf ein verbreitetes Misstrauen gegenüber dem gesamten Parteiensystem hin.Niedrige Zufriedenheit mit Kanzler MerzDie Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt auf niedrigem Niveau. Wie bereits in den drei Vorwochen sind lediglich 13 Prozent der Bundesbürger mit seiner Arbeit zufrieden, 85 Prozent hingegen nicht zufrieden.
Die Werte haben sich damit zuletzt nicht verändert.Unter den Anhängern von CDU und CSU äußern sich 43 Prozent zufrieden mit der Arbeit des Kanzlers. Bei der SPD sind es 18 Prozent, bei den Grünen 8 Prozent, bei der Linken 2 Prozent und bei der AfD 1 Prozent. Damit bleibt die Unterstützung für Merz auch in anderen politischen Lagern sehr gering.Erwartungen an die wirtschaftliche EntwicklungDie Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland bleiben mehrheitlich pessimistisch, haben sich gegenüber der Vorwoche jedoch leicht verbessert. 15 Prozent der Bundesbürger rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.65 Prozent erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, nach 67 Prozent in der Vorwoche. 19 Prozent gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation nicht verändern wird. Trotz leichter Verschiebungen überwiegt damit weiterhin eine skeptische Einschätzung der kommenden wirtschaftlichen Entwicklung.
Die aktuellen Zahlen des Forsa-Trendbarometers für RTL und ntv verdeutlichen eine anhaltend starke Stellung der AfD in der bundesweiten Wählergunst. Mit 28 Prozent liegt sie deutlich vor der Union, während die klassischen Regierungsparteien der vergangenen Jahrzehnte – Union und SPD – zusammengenommen klar hinter früheren Ergebnissen zurückbleiben.
Zugleich fällt auf, dass die Grünen und die Linke ähnlich hohe Werte erreichen wie die SPD, was auf eine weiter ausdifferenzierte Parteienlandschaft hindeutet.Politische Stimmung und ThemenlageBemerkenswert ist der hohe Anteil von Nichtwählern und Unentschlossenen, der deutlich über dem Wert der Bundestagswahl 2025 liegt. Das weist auf eine spürbare politische Verunsicherung und Distanz vieler Bürger gegenüber den bestehenden Angeboten der Parteien hin. In diese Lage fügt sich das dominierende Interesse an innenpolitischen Fragen, insbesondere an der Arbeit der Bundesregierung und der wirtschaftlichen Entwicklung.
Die Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern rücken ebenfalls stark in den Fokus, was die besondere Bedeutung dieser Abstimmungen für die bundespolitische Stimmung unterstreicht.Gleichzeitig bleiben außenpolitische Krisen wie der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten präsent, treten im Themenranking jedoch hinter innenpolitische und wirtschaftliche Sorgen zurück. Umwelt- und Klimafragen liegen zwar weiterhin im Vorderfeld, werden aber von der Mehrheit nicht als vorrangiges Problem gegenüber Regierungshandeln und Wirtschaftslage gesehen.
Dies spiegelt eine Wahrnehmung wider, in der ökonomische und politische Stabilität derzeit stärker im Mittelpunkt stehen.Vertrauen in Parteien und KanzleramtDie Ergebnisse zur Problemlösungskompetenz der Parteien zeigen ein gering ausgeprägtes Vertrauen in alle politischen Lager. Obwohl die AfD hier mit 13 Prozent vorn liegt, traut mehr als die Hälfte der Befragten keiner Partei zu, die Probleme in Deutschland zu lösen.
Diese Skepsis gegenüber dem gesamten Parteiensystem ist ein wichtiger Hintergrund für die hohe Zustimmung zur AfD und die gleichzeitig schwache Bindung vieler Bürger an die etablierten Parteien.
Auch die Union, die leicht zulegen kann, bleibt klar im Bereich einer Minderheit, der Problemlösungskompetenz zugeschrieben wird.Hinzu kommt eine sehr niedrige Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die konstant geringen Zustimmungswerte – auch unter Anhängern der Union – deuten darauf hin, dass die Regierungspolitik und ihre Kommunikation große Teile der Bevölkerung nicht überzeugen.
Die leicht verbesserten Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung ändern daran nur begrenzt etwas: Mehrheiten bleiben pessimistisch, wenn auch etwas weniger stark als in der Vorwoche. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass die politische Stimmungslage von Misstrauen gegenüber Regierung und Parteien, hohen Werten für die AfD und zugleich großer Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung geprägt ist.