Bizarre Szenen bei Alijew-Besuch im Bundeskanzleramt
heute 17:27 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Am Rande des Besuchs von Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew im Bundeskanzleramt haben sich am Dienstag offenbar bizarre Szenen abgespielt.
via dts Nachrichtenagentur
Alijew hatte eigene Sicherheitskräfte mitgebracht, die im Kanzleramt aber als Journalisten auftraten.
Gleichzeitig war auf der Pressekonferenz auch ein kritischer Journalist, der von Sicherheitskräften des BKA regelrecht bewacht werden musste.Als die gemeinsame Pressekonferenz von Alijew und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu Ende war, versuchte einer der als Journalisten getarnten Personen offenbar, sich auf einem ungewöhnlichen Weg den offiziellen Sicherheitskräften wieder anzuschließen.
"Der rennt hintenrum", hörte ein Reporter der dts Nachrichtenagentur deutsche Sicherheitskräfte rufen.Später soll es Aufregung im Hof des Bundeskanzleramts gegeben haben.
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer versuchte die Situation am Mittwoch herunterzuspielen.
"Tumultartige Szenen kann ich nicht bestätigen.
Was ich aber sagen kann, nach Abschluss der Pressekonferenz des Bundeskanzlers mit dem aserbaidschanischen Präsidenten gab es am Rande eine kurze Diskussion zwischen deutschen und aserbaidschanischen Sicherheitskräften, über welche Wege das Kanzleramt zu verlassen sei." Der Grund sei gewesen, dass einige der aserbaidschanischen Sicherheitskräfte "nicht unmittelbar als solche erkennbar gewesen sind". Die Situation habe sich dann jedoch "zügig geklärt".Aber das war nicht das einzige ungewöhnliche Detail: Im Publikum saß neben getarnten Bodyguards auch ein offensichtlich Alijew-kritischer Journalist, der immer wieder dazwischenrief und eine Frage stellen wollte, aber nicht zum Zuge kam. Dabei wurde er regelrecht bewacht von deutschen Sicherheitskräften, ein BKA-Beamter soll nach Informationen der dts Nachrichtenagentur in der Pressekonferenz direkt neben ihm gesessen haben.
Als sich der Mann später beschwerte, dass er keine Frage stellen durfte, soll ein deutscher Sicherheitsbeamter auf Englisch zu ihm gesagt haben, das sei auch "besser so" gewesen und im Sinne seiner "Sicherheit". Ansonsten "hätte hier was passieren können".