Berliner Linke geht nach Wahlsieg ohne rote Linien in Sondierungen

heute 13:42 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Berliner Linke zieht nach ihrem Wahlsieg ohne rote Linien in Sondierungen mit SPD und Grünen und setzt dabei die Mietenkrise ins Zentrum. Spitzenkandidatin Elif Eralp sieht große Schnittmengen bei sozialen Themen und grenzt sich deutlich von einem CDU-geführten Bündnis ab.

Linke-Wahlnachlese am 21.09.2026
Linke-Wahlnachlese am 21.09.2026
via dts Nachrichtenagentur

Die Berliner Linke will nach ihrem Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl ohne rote Linien in die anstehenden Sondierungen mit SPD und Grünen gehen.

Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte an, dabei klar die politischen Inhalte der Partei und der Berliner Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen.Linke setzt auf Mietenkrise als KernprojektEralp bekräftigte, die Mietenkrise stehe im Zentrum der Politik und müsse entschieden angegangen werden.

Dazu seien sowohl kurzfristige als auch langfristige Maßnahmen nötig. Eine Option sei die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, daneben gehe es aber umfassend um den sozialen Bereich.Die Linke-Politikerin will stärker auf Sozialarbeit setzen, damit Kinder und Jugendliche ein gutes Leben haben können.

Aus ihrer Sicht gehören diese sozialen Maßnahmen ebenso zu den grundlegenden Bedingungen für ein gemeinsames Regierungsprojekt wie eine konsequente Mietenpolitik.Vision eines bezahlbaren BerlinEralp beschreibt das Ziel der möglichen Regierungszusammenarbeit als gemeinsame Vision eines bezahlbaren Berlin, in dem alle Menschen in Würde leben können.

Diese Vision will die Linke nach ihrem Wahlerfolg in die Gespräche mit SPD und Grünen einbringen.Wichtige Bausteine seien dabei bezahlbarer Wohnraum, soziale Absicherung und bessere Chancen für Kinder und Jugendliche. Die Linke sieht sich in der Verantwortung, diese Schwerpunkte in einer künftigen Regierung fest zu verankern.Abgrenzung von CDU-geführtem BündnisEin alternatives, von der CDU geführtes Bündnis mit SPD und Grünen fürchtet Eralp eigenen Angaben zufolge nicht. SPD und Grüne hätten erkannt, dass die Mietenkrise eines der größten oder sogar das größte Problem der Stadt sei und hätten dies im Wahlkampf deutlich gemacht.Sie sieht zahlreiche Schnittmengen mit diesen Parteien bei sozialen Themen und Zukunftsfragen.

Wenn SPD und Grüne ihre eigenen Inhalte ernst nähmen, könnten sie diese aus Sicht der Linken nur mit der Linken und ganz sicher nicht mit der CDU umsetzen.
Der Wahlsieg der Berliner Linken bei der Abgeordnetenhauswahl markiert eine Zäsur für die politische Statik der Hauptstadt. Erstmals seit vielen Jahren geht die Partei mit klarer Führungsrolle in Gespräche mit SPD und Grünen, während die CDU trotz eigener Regierungsambitionen zunächst außen vor bleibt. Die von Elif Eralp betonte Offenheit ohne rote Linien ist vor allem taktisch zu verstehen: Inhaltliche Prioritäten, insbesondere in der Mieten- und Sozialpolitik, bleiben deutlich gesetzt.Schwerpunkt Mietenpolitik und VergesellschaftungDie Mietenkrise ist seit Jahren eines der dominierenden Themen in Berlin und war bereits bei früheren Wahlen und Volksentscheiden zentral. Der von Eralp erneut hervorgehobene Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen knüpft an diese Debatten an. Kurzfristige Maßnahmen könnten etwa stärkere Mietregulierung und Förderung sozialer Wohnungsbauprojekte umfassen, während langfristig eine strukturelle Neubewertung des Wohnungsmarktes in den Mittelpunkt rückt. Dass SPD und Grüne laut Eralp die Mietenkrise ebenfalls als eines der größten Probleme anerkennen, eröffnet inhaltliche Schnittmengen für ein Mitte-Links-Bündnis.Koalitionslogik und SpielräumePolitisch setzt die Linke darauf, dass SPD und Grüne ihre sozialpolitischen Versprechen ernst nehmen und deshalb eher mit der Linken als mit der CDU koalieren.

Die Argumentation zielt darauf ab, die programmatische Nähe in sozialen Fragen – von Mieten über Bildungschancen bis zur Jugend- und Sozialarbeit – stärker zu gewichten als mögliche Differenzen etwa in Wirtschafts- oder Sicherheitspolitik. Ein CDU-geführtes Bündnis mit SPD und Grünen würde demgegenüber einen deutlichen Kurswechsel in der Stadtpolitik bedeuten, insbesondere in der Frage von Vergesellschaftung und starken staatlichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt.Bedeutung für die Berlinerinnen und BerlinerFür die Bewohner der Stadt hängt viel davon ab, welche Koalition sich am Ende bildet.

Ein von der Linken geführtes Projekt mit SPD und Grünen würde sehr wahrscheinlich auf weitreichende Eingriffe in den Wohnungsmarkt, verstärkte Sozialarbeit in Kiezen und einen expliziten Fokus auf soziale Gerechtigkeit setzen.

Ein CDU-geführtes Bündnis könnte zwar ebenfalls Maßnahmen gegen hohe Mieten verfolgen, dies aber eher mit stärker markt- und investitionsorientierten Ansätzen verbinden.

Die Sondierungen werden damit zu einem Richtungsentscheid, wie Berlin seine Mietenkrise und soziale Herausforderungen in den kommenden Jahren angeht.

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